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Was wurde aus dem Huflattich?

Gerade blüht er wieder! Er ist einer der ersten Frühlingsboten und vielen sind die markanten gelben Blüten bekannt, wenn rundum die Wiesen oft noch braun sind.

Der Huflattich ist eine sehr sehr alte Heilpflanze. Schon der lateinischer Name des Huflattich „Tussilago“ sagt, dass er gegen Husten hilft. Im Altertum empfahlen schon Dioskurides in Griechenland, Plinius und Galen in Rom und im Mittelalter Hildegard von Bingen unterschiedliche Anwendungen mit Huflattich.

Lange galt er als das Mittel der Wahl beim gefürchteten Keuchhusten.

So schön die Blüten sind, für den Hustentee wurden die Blätter gesammelt, die zum vorschein kommen, wenn die Blüte längst verschwunden ist.

In den letzten Jahren ist es ruhig um den seit Jahrtausenden als Medizin verwendeten Frühlingsboten geworden.

Nachdem es in Deutschland Vergiftungen gab, in deren Zusammenhang der Verdacht auf Huflattich als Ursache genannt wurde, kam es in Österreich zu einem Verbot der Verwendung.

Später stellte man allerdings fest, dass es bei den vereinzelten Fällen zu einer Verwechslung des Huflattich mit der tatsächlich giftigen Pestwurz gekommen war, das Verbot blieb allerdings bestehen.

Die Blätter des Huflattich sind allerdings kleiner und der Blattstengel ist U förmig. Wenn man sie nicht kennt sollte man auf keinen Fall versuchen selbst Huflattichblätter zu sammeln!

Huflattich und Pestwurz enthalten giftige Inhaltstoffe, die im schlimmsten Fall zu Leberversagen führen können. Allerdings enthält der Huflattich so wenig davon, dass viele Experten davon ausgehen, dass er ungiftig ist.

In Deutschland wird der Tatsache Rechnung gezollt, dass der Huflattich schon seit Menschengedenken als Heilpflanze in Verwendung ist, und so wurden Grenzwerte für die giftigen Inhaltstoffe, die „Pyrrolizidinalkaloide(BA)“, eingeführt. In Österreich ist man nach wie vor der Meinung, dass in Heilpflanzen dieser Inhaltstoff gar nicht enthalten sein darf.

So kommt es, dass der Huflattich komplett aus dem österreichischen Arzneimitteschatz verschwunden ist.

Apropos Pyrrolizidinalkaloide: Immer wieder kommt es zu mysteriösen Todesfällen bei Pferden. Wenn bei Pferden plötzlich erhöhte Leberwerte festgestellt werden, sollte auch an eine Vergiftung mit dem Jakobs-Greiskraut gedacht werden!

 

2017-03-20T10:08:31+00:00